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3. November 2005 - Interview mit Caroline Martin

 

Caroline Martin steht seit mehreren Jahren in den Diensten des SKBV als Nati-Coach der Light- und Full-Contact Mannschaft. SwissKickBoxing konnte die ehemals erfolgreiche Kämpferin noch vor der WM in Ungarn interviewen.

Hallo Caroline

SwissKickBoxing: Am 29. November 05 beginnt die WAKO Weltmeisterschaft in Ungarn im Semi-, Light- und Full-Contact. Die Schweizer Delegation wird mit 15 Kämpfern an den Start gehen. Wo steht ihr mit den Vorbereitungen?

Caroline: Wir sind am Ende der Vorbereitungen und werden am Samstag das letzte Nationalmannschaftstraining haben. Schwerpunkt wird die mentale Vorbereitung sein, körperlich sind alle Kämpfer in einer sehr guten Verfassung, gut austrainiert und heiss aufs Fighten.

SwissKickBoxing: Es fällt auf, dass bei den Nominierten niemand im Full-Contact startet. In den vergangenen Jahren konnte man mit Besnik Ramadani grosse Erfolge im Full feiern. Woran liegt es, dass niemand mehr nachkommt?

Caroline: Ich bedaure es sehr, dass wir in diesem Jahr niemanden fürs Full qualifizieren konnten. Leider haben die Schweizer Full Kämpfer sehr wenige nationale Vergleichsmöglichkeiten, sprich, sie können in ihren Gewichtsklassen nur sehr beschränkt Kampferfahrung sammeln. Der Schritt sich auf internationalem Parkett auszuprobieren ist daher für viele riesig. Leider hat sich trotz mehrfachem Anfragen in diesem Jahr niemand fürs Full am World-Cup in Piacenza angemeldet. Dies wäre für mich ein wichtiges Turnier gewesen, an dem ich die motivierten Kämpfer bezüglich ihrer kämpferischen Qualität hätte einstufen und mit ihnen allenfalls gemeinsame Entscheidungen für die bevorstehende WM treffen können. Ausserdem besuchen nach wie vor nur sehr selten Full Kämpfer die Light- und Full Natitrainings. Dies ist besonders schade wenn man weiss, dass international der Unterschied zwischen Lightcontact und Fullcontact marginal ist. Es ist schon mehrfach vorgekommen, dass ich eigentliche Lightcontactler fürs Full qualifiziert habe. Diese Kämpfer verfügen dann im Normalfall auch über eine genügende Wettkampf-Erfahrung (durchs Light) und der Schritt ins internationale Full ist dann nicht mehr gross. Ivo Furrer hat sich in diesem Jahr fürs Light entschieden, die Lausanner Canabate Brüder Julien und Jeremy sowie Alain Coppey (allesamt hervorragende Techniker) konzentrieren sich alle vermehrt aufs Profi-Boxen und haben sich daher für die Kickbox-Nati abgemeldet. Im Moment sind in den Natitraining einige Kämpfer und Kämpferinnen, die ich in naher Zukunft gerne auch im Fullcontact sehen würde.

SwissKickBoxing: Die Semi-Contact Mannschaft hat in den vergangenen Jahren immer gute Platzierungen erreicht. Welche Zielvorstellungen hat man sich für diese WM gesetzt?

Caroline: Ich kann schlecht über die Zielsetzungen der Semimannschaft reden, denke aber, dass jeder mindestens auf demselben hohen Niveau wie in den letzen Jahren abschliessen will. Ich hoffe auch auf das nötige Quentchen Glück....

SwissKickBoxing: Im Light-Contact Team hat sich Philippe Schmid wieder angeboten im Swiss Team mitzukämpfen. Seine Form während der SM war hervorragend. Welches Potenzial kann Philippe an der WM herausholen?

Caroline: Ich kenne Philippe schon seit vielen Jahren und habe ihn tatsächlich noch nie in so hervorragender Form gesehen wie in diesem Jahr. Er kämpft viel konsequenter und konzentrierter als jemals zuvor und ich hoffe ganz fest, dass alles für ihn stimmt und er seine Klasse in Ungarn "zeigen" kann. Er ist ein sehr komplexer Athlet und ich bin sicher, wenn bei ihm mental alles passt, wird er sich nach vorne kämpfen können. Helft bitte alle mal die Daumen drücken!

SwissKickBoxing: Selbstverständlich sind andere Top Kämpfer ebenfalls im Light-Team. Was für Resultate verspricht man sich von diesem Team?

Caroline:
Wir haben in diesem Jahr ein Team von vielen neuen, hungrigen Kämpfern/innen und ich weiss aus Erfahrung, dass, gerade im Lightcontact, die Willenskraft mit die wichtigste "Technik" / Voraussetzung für einen Sieg ist und glaube fest an diese Mannschaft. Über Medaillen-Erwartungen lass ich mich nicht aus, dafür spielen viel zu viele Faktoren mit und über Sieg und Niederlage entscheidet oft nur ein "Windhauch"

SwissKickBoxing: Einige Kämpfer beklagten sich in der Vergangenheit, dass sie einen Grossteil der Ausgaben selber tragen müssen. Wie sieht es in diesem Jahr aus und wie gross ist die Unterstützung für die Nati von Seiten des SKBV?

Caroline: Leider (immer noch) nicht besser. Die Athleten müssen die Reise- und Übernachtungskosten nach wie vor selber tragen, erhalten für einen Podestplatz aber einen Teil der Kosten zurück...

SwissKickBoxing: Caroline, seit mehreren Jahren trägst du nun die Verantwortung für die Light- und Full-Contact Mannschaft. Welches waren in diesen Jahren deine Highlights und voran erinnerst du dich nicht mehr so gerne?

Caroline: Es gab sehr viele kleinere und grössere Highlights. Jeder schöne Kampf einer "meiner" Leute ist ein Highlight. Jedes Natitraining mit einem positiven Feedback ist eines. Zu spüren, dass wir es fertig gebracht haben, mit einer Mannschaft dort zu stehen und nicht nur mit Einzelkämpfern ist auch immer eine Befriedigung. Als "alte" Kämpferin ist es natürlich schon ein wundervolles Gefühl, mit einem Final-Kämpfer in die Halle zu marschieren und die besondere Stimmung wieder zu erleben wie zu meinen eigenen aktiven Zeiten auf dem Weltparkett. Es kribbelt mich noch immer und jede Wettkampfsituation lebe ich mit dem Kämpfer Eins-zu-Eins mit und fühle, was geschieht und was für den Sieg verändert werden muss. Es ist eine schöne Bestätigung für mich als (international einziger weiblicher) Naticoach zu sehen, wie die Kämpfer mir vertrauen und im Kampf auf mich hören und meine Tipps umsetzen.

SwissKickBoxing: Welche Veränderungen oder Verbesserungsvorschläge wünscht du dir, damit die Nationalmannschaft in Zukunft noch erfolgreichen an Turnier auftreten kann.

Caroline:
Ganz klar der kompromisslose Einsatz der Kämpfer, dass sie bereit sind, ihre Freizeit zu opfern und an die wichtigsten internationalen Wettkämpfe zu reisen. Das Schweizer Pflaster ist einfach zu klein. Und natürlich hoffe ich auf ein super Abschneiden der Schweizer an der WM 2007 in Meiringen. Dies wird sicher ein ganz besonderes Highlight für alle sein.

SwissKickBoxing: Wie lange werden wir dich noch als Nati Trainering erleben können und welche potenziellen Nachfolger könnten in Frage kommen?

Caroline: Über potenzielle Nachfolger muss der SKBV entscheiden. Und darüber, wie lange ich noch als Natitrainerin wirken darf sollen die Kämpfer und natürlich der Verband entscheiden. So lange wie ich das Vertrauen spüre macht mir die Aufgabe Spass. Ich habe aber bereits zu Beginn dieses Jahres (2005) Philippe Schmid um Unterstützung für meine Coach-Arbeit angefragt. Philippe hat ein sehr gutes Gespür für die Kämpfer und ist ein guter Analytiker, ausserdem spricht er fliessend Französisch, was mir mit Blick in die Romandie ein wichtiges Anliegen ist. Noch ist er noch ambitioniert beim Kämpfen dabei, hat mich aber in diesem Jahr auch schon in den Natitrainings tatkräftig unterstützt. Ich hoffe sehr, dass sich diese Zusammenarbeit auch weiter ausbauen lässt.



SwissKickBoxing: Wie findest du das Portal www.swisskickboxing.ch?

Caroline: Ich finde es sehr informativ und frisch gestaltet.

SwissKickBoxing: Wir wünschen euch allen eine erfolgreiche Weltmeisterschaft und überlassen dir das letzte Wort.

Caroline: Danke vielmals für die guten Wünsche und für Eure Arbeit für das Schweizerische Kickboxen. Ich hoffe, Euer Elan und Eure Freude an dieser Plattform bleiben Euch noch lange erhalten.

 


3. November 2005 - Interview mit Chris Ducommun

 

Chris Ducommun dominierte in diesem Jahr seine Gewichtsklasse im Light-Contact. Dafür wird er mit der Teilnahme an der WM in Ungarn belohnt.

Hallo Chris

Am letzten Wochenende hat das letzte Qualifikationsturnier in Meiringen stattgefunden. Wir möchten dir zu deinem Schweizer Meister Titel im Light-Contact – 63 kg gratulieren.

SwissKickBoxing: Wie hast du diesen Titel gefeiert?

Chris Ducommun: : Zuerst einmal danke für die Glückwünsche. Bis jetzt habe ich den Titel noch nicht gross gefeiert. Die Feier werden meine Frau und ich am Samstag den 5. November nachholen mit Michel Decian und Andreas Popp, die ebenfalls den SM-Titel geholt haben. An diesem Tag feiern wir noch das 25. jährige Jubiläum vom AsiaSportCenter.

SwissKickBoxing: Neben dem SM Titel im Light-Contact war auch derjenige im Semi-Contact in Reichweite. Wie stark hat es dich belastet, dass du diesen Titel nicht holen konntest?

Chris Ducommun : Es wäre sehr schön gewesen, wenn ich beide Titel hätte holen können. Aber da ich einen sehr schlechten Start hatte und mich mehr auf das Light-Kontakt konzentriert habe, macht es mir auch sehr viel Freude mit nur einem Titel.

SwissKickBoxing: Du bist schon seit vielen Jahren an Turnieren aktiv und trotz deinem fortschreitenden Alter hat man dich noch nie so stark erlebt wie in diesem Jahr. Was war anders in diesem Jahr und woher kam diese enorme Leistungssteigerung?

Chris Ducommun: Eigentlich wollte ich mit dem Wettkampf ganz aufhören wegen dem Alter, aber Michel hat mich immer wieder motiviert und gesagt ich sei nicht zu alt. Deswegen habe ich mir dieses Jahr als Ziel gesetzt das Beste aus mir heraus zu holen.

SwissKickBoxing: Du hast dich in diesem Jahr ebenfalls für die WM in Ungarn qualifiziert. Wie viel bedeutet dir diese Nomination und was hast du dir für diesen einzigartigen Anlass vorgenommen?

Chris Ducommun: Es ist für mich eine Ehre für die Schweiz an der WM teilnehmen zu dürfen. Was ich mir vorgenommen habe - ich werde alles geben, was ich kann damit ich an der WM eine gute Figur mache.

SwissKickBoxing: Wie bereitest du dich auf die WM vor und wer unterstützt dich in der Trainingvorbereitung?

Chris Ducommun: Mein Trainer Mauro Richina hat mir ein Krafttrainingsprogramm aufgestellt für die Schnellkraft. Dazu mache ich sehr viel Sparing und Kondi, und wenn Michel und ich Zeit haben werden wir auch miteinander trainieren, da er auch an die WM geht.

SwissKickBoxing: In der Kick-Boxing Szene bezeichnet man dich schon eher als ein Veteran. Welche Ziele hast du dir für die Zukunft gesetzt und wie lange können wir deine Kampfkunst an Turnieren noch bewundern?

Chris Ducommun: Meine Ziele sind weiterhin im ASC Training zu geben und so versuchen gute Kämpfer an die Turniere zu bringen.

SwissKickBoxing: Wir möchten noch ein wenig mehr über dich persönlich erfahren. Was machst du im täglichen Leben und wie bist zu zum Kampfsport gekommen? Was inspiriert dich zu trainieren und welche Vorbilder hast du?

Chris Ducommun: Im täglichen Leben arbeite ich im Büro, versuche auch so viel Zeit mit meiner Frau und meiner Tochter zu verbringen. Zum Kampfsport bin ich durch meinen Cousin gekommen, der damals sehr gut im Karate war. Meine Inspiration kommt von meinem Trainer Mauro Richina und meinem Trainingspartner Michel Decian. Meine Vorbilder sind Mauro Richina und Bruce Lee .



SwissKickBoxing: Wie findest du das Portal www.swisskickboxing.ch?

Chris Ducommun: Ich finde diese Seite sehr gut und auch sehr informativ. Ihr macht was für unseren Sport, dafür danke ich euch.

SwissKickBoxing: Wir wünschen dir für die WM eine Spitzen Platzierung und überlassen dir das letzte Wort.

Chris Ducommun: Bei der Gelegenheit möchte ich meiner Frau danken, die mich bei meinem Sport unterstützt und Michel der mich immer wieder dazu angestiftet hat an den Wettkämpfen teilzunehmen. Noch etwas kleines, wenn ihr euch ein Ziel setzt, dann gebt das Beste was ihr habt, um das Ziel zu erreichen. Geht es mit Ruhe an, denn in der Ruhe liegt die Kraft.

 


19. September 2005 - Interview mit Sandra Guzzetta

 

Sandra Guzzetta hat in den letzten 3 Jahren die Semi-Contact Kategorie Ladies bis 55 kg dominiert. SwissKickBoxing hat die Baslerin zu einem Interview eingeladen.

Hallo Sandra

Als allererstes möchten wir dir zu deinem Sieg am Urner Cup und gleichzeitig zu deinem Schweizermeister Titel 2005 gratulieren. Obwohl noch ein Turnier aussteht ist dein Vorsprung bereits so groß, dass nichts mehr anbrennen kann.

SwissKickBoxing: Wie hast du deinen dritten Schweizer Meister Titel gefeiert?

Sandra Guzzetta: : -) Obwohl ich mich schon riesig über meinen dritten Schweizer Meister Titel freue, habe ich noch nicht gefeiert. Ich werde am Tag des letzten Turniers, beziehungsweise nach dem letzten Kampf dieser Saison meinen Titel feiern. Ich denke, wenn ich vorher schon gefeiert habe, würde ich, was ich vermeiden will, nicht mit dem gleichen Ehrgeiz zu gewinnen ans Turnier fahren. Für mich bedeutet jedes Turnier alles zu geben und alles gewinnen zu wollen

SwissKickBoxing: Seit drei Jahren dominierst du die Damen Semi-Contact Klasse bis 55 kg. Wie bist du zum Kickboxing gekommen?

Sandra Guzzetta: Mich hat der Kampfsport schon seit klein sehr fasziniert. Ich habe mit Judo begonnen, habe dann ins Karate gewechselt, wo mir jedoch das Wettkampfleben fehlte. Durch meinen damaligen Freund, der schon seit vielen Jahren im Kickboxen dabei war, bin ich definitiv auf den Geschmack gekommen. Als ich einmal das Training als Zuschauer besuchte, wusste ich genau, "das ist es!"

SwissKickBoxing: Mit Raini hast du wohl einen der besten Semi-Contact Trainer in der Schweiz, der auch sehr viel Erfahrungen mit Internationalen Wettkämpfen hat. Wie wichtig ist er für deine Vorbereitung und als Coach?

Sandra Guzzetta: Raini ist für mich unheimlich wichtig. Er hat mich von Anfang an als Coach begleitet und kennt mich genau. Er weiss, wie ich an einem Turnier denke und fühle, kennt meine Stärken und Schwächen und kann mich entsprechend perfekt coachen. Seine Anwesenheit als Coach an einem Turnier sowie seine guten Tipps, was ich verbessern kann, gibt mir eine zusätzliche Sicherheit. Da er nur noch national coacht, habe ich zusätzlich die hilfreiche Unterstützung von 'Pflümi'. Sie ist diejenige, welche uns national und international begleitet.

SwissKickBoxing: Wie bereitest du dich auf die Wettkämpfe vor und wie sieht dein Trainingsplan aus?

Sandra Guzzetta: Ich bereite mich physisch sowie mental auf die Wettkämpfe vor. Ich trainiere 3 - 4 mal die Woche, wobei mir kurz vor Wettkämpfen vorallem das Kampftraining sehr wichtig ist. Einmal die Woche treffe ich mich mit Trainigspartnern um 1.5 bis 2 Stunden nur zu kämpfen. Ebenfalls sind mir genügend Schlaf sowie richtige Ernährung sehr wichtig.

SwissKickBoxing: Wer dich schon einmal an Wettkämpfen erlebt hat, staunt über dein Aufwärmtraining. Du bist ständig in Bewegung und in Konzentration. Wie wichtig ist das Mentale Training für dich?

Sandra Guzzetta: Sehr wichtig. Ich denke, Kondition sowie Technik alleine genügen nicht, um die bestmöglichste Leistung zu bringen. Der Turnier-Ablauf läuft wie ein Film eine Woche vor dem Wettkampf in meinem Kopf ab, wo ich mich bereits sehr stark damit gedanklich auseinandersetze. Das Aufwärmtraining ist für mich vor dem Kampf nicht wegzudenken. Da kann ich mich mental auf den Kampf vorbereiten, wobei ich mir sämtliche Techniken durch den Kopf gehen lasse.



SwissKickBoxing: Welcher Kampf ist dir emotional am besten in Erinnerung geblieben?

Sandra Guzzetta: Der Finalkampf beim Grandchampion vom Aargauer Cup gegen Ladina Isler. Dieser Kampf hat mir viel Selbstvertrauen geschenkt und mir bewiesen, dass ich mich mental weiterentwickelt habe. Ich lag 1.5 Minuten vor Schluss noch mit 6 Punkten hinten, womit ich früher den Kampf sicher verloren hätte. Durch mentale Unterstützung meiner Coachin 'Pflümi' konnte ich mich bei diesem heissen Kampf wieder so motivieren, dass ich mit starkem Willen volles Risiko einging und dadurch den Kampf am Schluss mit 2 Punkten Vorsprung gewann.

SwissKickBoxing: Wenn jemand deinen Kampfstil beschreiben müsste, dann würde man sagen, dass er sehr schnell und aggressiv ist. Wie würdest du deinen Kampfstil beschreiben und welches sind deine Lieblingstechniken?

Sandra Guzzetta: Genau so würde ich meinen Kampfstiel beschreiben. Schnell, aggressiv sowie voller Motivation. Lieblingstechniken waren immer meine schnellen Fäuste. Jedoch habe ich angefangen, auch meine Beine mehr einzusetzen, was mir wichtig ist, weil so mein Kampfstiel vielseitiger geworden ist. Will mich ja nicht von Gegnern durchschauen lassen...

SwissKickBoxing: Niemand gibt gerne seine Schwächen zu, aber welche Techniken liegen dir nicht so nahe?

Sandra Guzzetta: - ) Die Schwächen sich selbst und seinem Trainer nicht zugeben zu wollen bedeutet, sich nicht weiter zu entwickeln. Für mich ist Kritik seitens meines Trainers sehr wichtig, denn nur so habe ich das Gefühl, mich stets zu verbessern.

SwissKickBoxing: Am Wochenende fanden die Nominierungen für die WM statt. Du wirst ebenfalls daran teilnehmen. Bisher konntest du International noch keine grossen Erfolge feiern. Was erhoffst du dir von dieser WM?

Sandra Guzzetta: Ich bin froh und stolz darauf, an der WM teilnehmen zu dürfen. Durch meine guten Leistungen hatte ich bereits ein positives Gefühl für die Teilnahme, das durch die neuliche Nominierung bestätigt wurde. International hat mir bisher die mentale Stärke gefehlt und war noch nicht bereit genug, den Druck in einem knappen und schweren Kampf standhalten zu können. Ich hatte oft das Pech, ein schweres Los zu ziehen und im ersten Kampf auf sehr starke Gegnerinnen zu treffen, welche mich jedoch im Nachhinein sehr gestärkt haben. An dieser WM in Ungarn werde ich mental stark sein. Mein grösstes Ziel ist ein Podestplatz. Dies ist einer meiner grössten Träume. Zur Zeit bereite ich mich seriös auf mein gestecktes Ziel vor.

SwissKickBoxing: Im Jahre 2007 findet die nächste WM hier in der Schweiz statt. Welche langfristigen Ziele hast du dir gesteckt? Was möchtest du im Kickboxing noch erreichen?

Sandra Guzzetta: Klar möchte ich auch an der WM 2007 teilnehmen. Zur Zeit konzentriere ich mich jedoch voll und ganz auf die bevorstehende WM. Über weitere Pläne mache ich mir zu einem späteren Zeitpunkt Gedanken.

SwissKickBoxing: Hast du irgendwelche Vorbilder im Kickboxing, die dich inspirieren oder zusätzliche Motivation geben?

Sandra Guzzetta: Auf jeden Fall. Luisa Licco die absolute Nummer 1 der Welt, die noch voll dabei ist und schon alles gewonnen hat was es nur zu gewinnen gibt. Ihre Art zu kämpfen, ihr Willen und ihr Kampstiel inspiriert mich sehr.

SwissKickBoxing: Im Moment ist die Stimmung zwischen dem SKBV und dem KunTaiKo ziemlich angespannt. Wie gut fühlst du dich im Nati-Kader betreut und wird deiner Meinung nach genug die Förderung der Kämpfer auf Internationaler Basis getan.

Sandra Guzzetta:
Für mich ist die Konzentration aufs Kämpfen massgebend und lasse mich durch Unstimmigkeiten nicht irritieren. Mich im Nati-Kader wohl zu fühlen ist mir absolut wichtig. Ich fühle mich sehr wohl und bin stets motiviert. Jedoch finde ich, dass uns viel zu wenig internationale Turniere angeboten werden. Klar, in der Schweiz gibt es nie so viele Möglichkeiten wie in der USA, England od Ungarn. Aufgrund dessen erkundige ich mich selbst im Internet wo internationale Turniere angeboten werden und trommle eine Mannschaft zusammen.

SwissKickBoxing: Wie findest du das Portal www.swisskickboxing.ch?

Sandra Guzzetta: Spitze! Ich finde die Seite und Berichte informativ und sehr ausführlich. Ich finde es gut, dass es so eine Website gibt, denn so haben wir in der Schweiz auch die Chance, das Kickboxen hoffentlich populärer zu machen, was ein Wunsch jedes Kickboxers ist.

SwissKickBoxing: Vielen Dank für das Interview und gerne überlasse ich dir das letzte Wort.

Sandra Guzzetta: Ich möchte mich ganz herzlich für das Interesse bedanken, welches mir zusätzlichen Motivationsschub geschenkt hat. "Mit grossem Willen, Ehrgeiz und Freude am Sport kann man alles erreichen, man muss nur an sich selbst glauben!"

 


13. September 2005 - Interview mit Besnik Ramadani

Blitzinterview mit Besnik Ramandani

SwissKickBoxing: Hallo Besnik. Am 24. September findet in Winterthur die Fight Night mit großartigen Kämpfern wie Azem Maksutaj, Paulo Balicha und selbstverständlich auch mit dir. Wie steht es mit deiner Vorbereitung und bist du bereits in Top Form?

Besnik Ramadani: Ich bin gut in Form und habe auch fleissig trainiert in letzter Zeit. Während der Trainingsvorbereitung war ich oft im Box & Kickbox Center in Wädenswil. Dort habe ich häufig mit Alex Schlosser als Sparingspartner zusammen trainiert. Als Ausdauertraining gehe ich regelmässig joggen. Ich bin gut vorbereitet und zuversichtlich, dass ich den Kampf gewinnen werde.

 


24. Juni 2005 - Interview mit Claudio Farina

 

Vor knapp einem Jahr wusste noch niemand wer Claudio Farina ist. Mittlerweile ist er zu einer bedeutenden Grösse im Schweizer Kick-Boxing geworden und auch International hat er seine Spuren hinterlassen nach dem World Cup in Piacenza. SwissKickBoxing hat den Newcomer nach seinen Zielen befragt.

Hallo Claudio

Herzlichen Glückwunsch zu deinem Sieg am Wetziker Cup und natürlich auch zu dem Sieg gegen Jacey Cashman am Worlcup in Piacenza.

SwissKickBoxing: Gib uns einen Einblick wie du mit dem Kick-Boxing angefangen hast.

Claudio Farina: Mit dem Kickbox Training habe ich im Alter von 17 Jahren begonnen, genau gesagt im Oktober 2002. An Wettkämpfen bin ich jetzt seit gut zwei Jahren dabei. Mit dem Kickboxen habe ich begonnen, nachdem ich fast zehn Jahre lang Fussball gespielt habe. Ich wollte einfach einen Sport praktizieren, indem meine Leistungen über Sieg oder Niederlage entscheiden und nicht die Leistungen des ganzen Teams.

SwissKickBoxing: Wie sieht dein Trainingsplan aus und welche Wettkampfvorbereitungen triffst du?

Claudio Farina: Am Mittwoch und Freitag leite ich zusammen mit Omar Gerini das Juniorentraining. Ich selber trainiere am Dienstag, Donnerstag und Freitag. Am Dienstag und Donnerstag trainiere ich Kraft, Ausdauer und Schnelligkeit gefolgt von technischen Übungen. Am Freitag nach dem Juniorentraining gibt es ein Sparringstraining wo nur gekämpft wird. Spezielle Wettkampfvorbereitungen treffe ich noch nicht. Ich schaue einfach, dass ich bis ca. eine Woche vor den Turnieren viel Sparring mache. Die letzte Woche vor einem Turnier mache ich nicht mehr viel, erhole mich um für das Turnier topfit zu sein.

SwissKickBoxing: Dein stärkster Gegner in der Schweiz ist Christian Boujibar, der bereits grosse Erfolge feiern konnte. In diesem Jahr konntest du ihn bereits zum dritten Mal schlagen. Was bedeutet dir dieser Erfolg?

Claudio Farina: Sehr viel. Ich respektiere Christian als Kämpfer wie auch als Mensch. Er ist ein grossartiger Kämpfer. Diese Erfolge zeigen mir, dass ich Fortschritte gemacht habe und das harte Training in den letzten Jahren nicht umsonst war und dass ich auf dem richtigen Weg bin, um in Zukunft noch erfolgreicher zu sein.

SwissKickBoxing: Wenn man dir beim kämpfen zuschaut, dann spürt man deine mentale Stärke auch in kritischen Situationen. Woher nimmst du diese Ruhe.

Claudio Farina: Schwierig zu sagen. Ich weiss es ehrlich gesagt nicht. Ich versuche einfach immer konzentriert zu bleiben und Druck zu erzeugen.

SwissKickBoxing: Am World Cup in Piacenza hat es zwar nicht zu einem Spitzenplatz gereicht, aber der Sieg gegen den WAKO-Pro Weltmeister Jacey Cashman war wohl unerwartet. Wie hast du diesen Kampf erlebt und was bedeutet es für dich?

Claudio Farina: Vor dem Kampf wusste ich ganz genau, dass ich nichts zu verlieren habe. Ich wollte versuchen, ihm meinen Kampfstil aufzuzwingen und ihm keine Zeit zu lassen, um Angriffe zu starten, was mir auch gelungen ist. Den Kampf konnte ich mit 3:0 gewinnen. Der Sieg hat mir gezeigt, dass ich an der Weltspitze mitkämpfen kann, wenn ich weiterhin hart an mir arbeite.



Foto by www.axekick.ch

SwissKickBoxing: Mittlerweile bist du Bestandteil des Nati Kaders. Welche Ziele hast du dir für die nächsten Jahre gesetzt ?

Claudio Farina: Eines meiner Ziele für dieses und die folgenden Jahre ist sicherlich der Gewinn der Schweizermeisterschaft. International hoffe ich in den nächsten Jahren einen Podestplatz zu erkämpfen und vielleicht auch mehr.

SwissKickBoxing: Wirst du deiner Meinung nach genügend gefordert von Seiten Club, Verband, etc., um aus sportlicher Sicht Spitzenleistungen zu erbringen.

Claudio Farina: Gefordert werde ich von den Naticoaches Esteban und Toni genügend. Auch der Zusammenhalt mit den anderen Natimitgliedern ist gut. Man spornt sich gegenseitig zu Höchstleistungen an. Ich denke die Unterstützung seitens Verband könnte besser sein. Nicht einmal mehr die grossen Turniere wie der Irish Open oder der World Cup werden finanziell unterstützt. Wenn man die Spesen bei einem Podestplatz zurück erhält, oder zumindest einen Teil davon, dann würde das meiner Meinung nach die Kämpfer noch mehr anspornen, Spitzenleistungen zu erbringen.

SwissKickBoxing: Was musst du noch an deiner Technik verbessern und welche Techniken magst du am Besten?

Claudio Farina: Was ich verbessern muss ist sicher die Übersetzung von den Kicks zu den Fäusten und bei Angriffen des Gegners versuchen noch früher zu reagieren und schneller zu kontern. Meine Lieblingstechnik - mit der ich bis jetzt sicher am meisten Punkte erzielt habe - ist ganz klar die Hinterhand. Egal ob im Angriff oder beim kontern.

SwissKickBoxing: Im Moment hast du zwei gute Sparingspartner im eigenen Club mit Omar Gerini und Sandro Ferrarini. Wie viel Hilfe bekommst du Club intern?

Claudio Farina: Clubintern bekomme ich grosse Hilfe, da ich mit Omar und Sandro zwei gute Sparringspartner habe die in der Schweiz ganz oben mitkämpfen und mich fordern! Omar weiss worauf es ankommt um gut zu werden und versucht bei uns die kleinen Sachen, die über Sieg oder Niederlage entscheiden, zu verbessern. Was ich auch sehr schätze ist die Challenger Night und das Interne Turnier das clubintern einmal monatlich stattfindet. Das bietet die Gelegenheit zu kämpfen und Erfahrungen zu sammeln.

SwissKickBoxing: Wie findest du das Portal www.swisskickboxing.ch ?

Claudio Farina: Gefällt mir. Grosse Datenbank mit vielen verschiedenen Infos. Ich finde es gut, dass es Leute gibt die sich die Mühe nehmen so eine Seite aufzubauen. Nur so kann unser Sport in der Schweiz populärer und bekannter werden. Das verdient grossen Respekt. Ein Dankeschön für seine Arbeit auch an "Mr. Axekick" Philipp Schmid.

SwissKickBoxing: Ich möchte dir für das Interview danken und überlasse dir das letzte Wort.

Claudio Farina: Als erstes möchte ich mich ganz herzlich für das Interesse von SwissKickBoxing bedanken. Es hat mich gefreut ein paar Fragen zu beantworten. Gebt immer euer bestes, denn nichts ist unmöglich!!! Wenn ihr einen Traum habt, dann setzt alles daran ihn zu verwirklichen. Mit Wille und grossem Einsatz ist alles möglich!!

 


4. Mai 2005 - Interview mit Sengül Güzel

 

Sengül dominiert zur Zeit in fast allen Disziplinen. Die vielseitige Kickboxerin steht erst an ihrem Karriere Anfang und wir können noch grossartiges von ihr erwarten. SwissKickBoxing hat die Gelegenheit genutzt, um Sengül von ihrer sportlichen Seite vorzustellen.

SwissKickBoxing: Hallo Sengül. Zuerst einmal möchte ich dir zu deinen beiden Siegen am 4. Jura Cup gratulieren. Wie bist zu zum Kick-Boxing gekommen?

Sengül: Eine Freundin erzählte mir, das sie mit Kickboxen anfangen wolle. Da sie sich alleine nicht getraute, musste ich sie begleiten und "durfte" auch gleich mitmachen. Von der ersten Stunde an hatte ich sehr viel Spass. Die Faszination dieser Sportart ist eben gross.

SwissKickBoxing: Wie oft trainierst du und wie sieht die typische Vorbereitung für den Wettkampf aus?

Sengül: Ich trainiere 3 bis 4 mal die Woche. Auf wichtige Wettkämpfe bereite ich mich spezifisch vor.

SwissKickBoxing: Seit mehreren Jahren schon dominierst du deine Gewichtsklasse im Light-Contact aber seit kurzem auch im Semi-Contact. Wie wichtig ist dir der Sieg gegen Patrizia Berlingeri der Junioren Weltmeisterin?

Sengül: Das stimmt nicht ganz. Ich habe als Juniorin mit dem Semi-Contact angefangen und war bereits 5mal CH-Meisterin im Semi. Im Light-Contact konnte ich erst letztes Jahr den Titel holen. Zum Sieg gegen Patricia: Ich denke, wenn man schon die Gelegenheit hat, gegen die Junioren-Weltmeisterin zu kämpfen, dann soll man diese auch nutzen! In unserer Sportart gibt es keine sichere Philosophie, niemand ist unschlagbar. Ich respektiere Patricia, weil sie eine gute Kämpferin ist, aber ich strebe auch an, starke Gegnerinnen zu schlagen. Das sollte sich jede/r Kampfsportler/in als Ziel setzen. Dieser Sieg ist das Resultat meiner Arbeit. Ich befinde mich im Moment in einem "wachsenden" Stadium.

SwissKickBoxing: Du bist eine richtige Allrounderin. Neben Semi und Light Contact hast du auch schon Wettkämpfe im Full-Contact absolviert. Was können wir noch von dir erwarten?

Sengül: Neu und aktuell ist für mich folgendes: Ich ziele im Moment die SM im Full mit Low Kick an. Meine Haupttrainings bestehen aus boxerischen Einheiten. Wer weiss, vielleicht bestreite ich irgendwann Boxkämpfe. Ich bin eine Kampfsportlerin und kämpfe eben gerne. Ich will mich nicht nur auf eine Disziplin fixieren. Man ist sehr zufrieden mit sich selbst, wenn man überall mithalten kann.

SwissKickBoxing: Auf internationaler Ebene konntest du noch keine grossen Erfolge feiern. Welche Ziele verfolgst du in Bezug auf internationale Wettbewerbe?

Sengül: Richtige Ziele habe ich keine. Ich werde aber immer versuchen, das Beste aus den entsprechenden Gelegenheiten zu machen. Ich habe viel Gutes vom WELT-CUP IN Piacenza gehört, das Niveau soll sehr hoch sein. Diese Gelegenheit werde ich mir nicht entgehen lassen und im Juni in Piacenza starten.

SwissKickBoxing: Ist deine Betreuung von Seiten des SKBV und Coaches für internationale Turniere ausreichend und welche zusätzliche Förderung würdest du dir wünschen.

Sengül: Ich war noch nicht viel international unterwegs. Da fehlen mir noch die Erfahrungswerte.

SwissKickBoxing: Wieviel Motivation ist es zu wissen, dass der eigene Coach selber ein Weltmeister ist?

Sengül: Natürlich ist die Motivation riesengross, doch diese war bereits vorher vorhanden. Es ist zusätzlich noch ein bisschen Stolz dazugekommen. Dass mein Trainer ein Fachmann ist, wusste ich von Anfang an.

SwissKickBoxing: Frauen Power ist das grosse Schlagwort beim Kickboxing Wohlen. Woher kommt diese grosse Begeisterung der Frauen?

Sengül: Ich denke, immer mehr Frauen interessieren sich für Kampfsport. Doch damit das Interesse und die Begeisterung bleibt, braucht es einen guten Trainer, der die Frauen als Sportler akzeptiert, und sie und ihre Fähigkeiten ohne Vorurteile entsprechend fordert.

SwissKickBoxing: Wie findest du das neue Portal www.SwissKickBoxing.ch?

Sengül: Es ist eine gute Website mit interessanten Berichten. Öffentlichkeitsarbeit ist in unserer Sportart sehr wichtig. Ich danke dafür SWISSKICKBOXING.CH

SwissKickBoxing: Ich möchte dir für dieses Interview danken und dir das Schlusswort übergeben.

Sengül: Schlusswort? Keine Rede davon! Ich bin erst am Anfang meiner Karriere!! ;-)

 


20. Dezember 2004 - Interview mit Michel Decian


Michel Decian ist zum zweiten Mal Europameister im Semi-Contact bis 79 kg geworden. Sein grosses Ziel vor Augen den WM Titel zu erlangen, hat er SwissKickBoxing einige Fragen dazu beantwortet.

SwissKickBoxing: Michel, zuerst einmal möchten wir dir zu deinem 2 Europameister Titel gratulieren. Nach 2000 hat es endlich wieder geklappt. Wie wichtig ist der erneute Erfolg für dich ?

Michel: Der 2. EM-Titel bedeutet mir eigentlich noch viel mehr. Dieser bestätigt mir, dass ich beim ersten Mal nicht einfach nur ein gutes Jahr hatte oder bei der EM ein einfaches Los hatte. Es zeigt mir, dass ich noch immer etwas zu sagen habe an der Spitze.

SwissKickBoxing: Für einen WM Titel hat es bisher noch nicht gereicht. Bleibt dies für dich das ultimative Ziel ?

Michel: Ja das ist schon eines meiner grössten Ziele, obwohl der Unterschied zwischen EM und WM nicht all zu gross ist. USA und Kanada sind die einzigen Länder die im Semi-Contact noch vorne mitmischen können. Aber letztes Jahr konnten auch diese Länder in meiner Kategorie keine Podestplätze erkämpfen.

SwissKickBoxing: Stehen nach dem EM Titel nun einige WAKO Pro Kämpfe an ?

Michel: WAKO Pro Kämpfe interessieren mich schon lange, aber die müssen ja irgendwie finanziert werden. Leider ist es in der Schweiz nicht ganz einfach Sponsoren zu finden. Evtl. findet nächstes Jahr in Meiringen eine Gala statt bei der Pro Kämpfe durchgeführt werden.

SwissKickBoxing: Auf nationaler Ebene gibt es kaum Kämpfer, die für dich eine Herausforderung sind. Wie hälst du das Niveau auf so einem hohen Level ?

Michel: Ja das frage ich mich ab und zu auch selber :-) Ich gebe zwischen 3 und 4 Trainingseinheiten pro Woche, also physisch bin ich sicher in Form. Aber die ganzen Erfahrungen die ich in den letzten 10 Jahren sammeln konnte, ermöglichen mir, dass ich konstant auf diesem hohen Level kämpfen kann.

SwissKickBoxing: Das gesamte Swiss Team hat an diesen EM im Semi sehr gut abgeschnitten. Wie erklärst du dir, dass ein so kleines Land wie die Schweiz solch gute Kämpfer hervorbringt?

Michel: Die meisten die eine Medaille gewonnen haben sind auch schon sehr erfahrene Kämpfer. Wir versuchen an möglichst vielen internationalen Turnieren teilzunehmen um immer mehr Erfahrungen sammeln zu können. Nächstes Jahr stehen sehr interessante Turniere an wie z.B. Irish Open, Austrian Classics, World Cup Piancenza usw.

SwissKickBoxing: Nun bist du ja nicht nur als Kämpfer aktiv, sondern seit einigen Jahren auch als Trainer. Wie wichtig ist dir das Coaching ?

Michel: Das Coaching ist mir sehr wichtig, obwohl es mir ab und zu den letzten Nerv raubt :-) Aber es erfüllt mich mit grosser Freude, wenn ich beobachten kann, dass meine Schüler immer erfolgreicher werden. Andreas Popp ist dieses Jahr Schweizermeister geworden, was mich natürlich besonders stolz macht :-)

SwissKickBoxing: Im Vergleich zum Full-Contact oder Thai-Boxen findet das Semi-Contact bei den Zuschauern nur wenig Interesse. Was glaubst du woran liegt das und was muss gemacht werden, um diesen Zustand zu ändern ?

Michel: Hmm...als Semi-Kämpfer verstehe ich dieses Phänomen sowieso nicht, wahrscheinlich ist Semi-Contact zu wenig Actionreich oder da nicht auf K.O. gekämpft wird ist es für den Kickboxing-Laien weniger interessant.

SwissKickBoxing: Wenn du diesen EM Sieg jemanden widmen könntest, wer würde dafür in Frage kommen ?

Michel: hmm...am ehesten meiner Freundin, sie leidet am meisten darunter, dass ich sehr viel Zeit mit trainieren oder Training geben verbringe.

SwissKickBoxing: Michel, wir hoffen du kannst im nächsten Jahr den Traum vom WM Titel verwirklichen und wünschen dir dazu viel Glück.




30. November 2004 - Interview mit Rocco Cipriano


Das Kick-Boxing Team Wohlen hat im Schweizer Meisterschaftsjahr 2004 sowohl in der gesamt Punktewertung wie auch im Medaillen Spiegel die Nase vorn. SwissKickBoxing hat den Trainer Rocco Cipriano befragt, was das Geheimnis dieses Erfolges ist.

SwissKickBoxing: Rocco, zuerst einmal möchte ich dir und deinem Team zur Vereins SM 2004 gratulieren. Du hast sowohl in der Punktewertung wie auch im Medaillen Spiegel die Nase vorn. Wie wichtig ist dir dieser Titel?

Rocco: Eigentlich habe ich gar nicht damit gerechnet. Tatsache ist, dass unsere Junioren-Truppe ein Riesenpotenzial hat, deshalb habe ich mir von den Kids Top-Resultate erwartet. Dass wir aber als Gesamt-Team die SM so gut abschliessen würden... das ist eine willkommene Überraschung.

SwissKickBoxing: Auf welchen Kämpfer/in bist du in diesem Jahr besonders stolz ?

Rocco: Auf jeden, der genug Willenskraft hat, sich richtig vorzubereiten und am Turnier auf die Kampffläche zu stehen!

SwissKickBoxing: Du hast im Vergleich zu anderen schweizer Clubs eine grosse Resource an Junioren. Was macht bei dir Juniorenarbeit aus, dass du so einen grossen Anlauf hast?

Rocco: Ich habe nicht einen Riesenanlauf, es ist einfach so, dass die Kids die zu mir kommen meistens auch sehr, sehr lange bleiben. Man kann mit einem ganzen Team erst dann erfolgreich sein, wenn sich die einzelnen Leute im Team wohl fühlen und entfalten können. Das braucht (vor allem) viel Zeit und natürlich viel Training.

SwissKickBoxing: Du warst persönlich in den letzten beiden Jahren selber sehr erfolgreich mit der Eroberung des WM Titels. Was gibt dir mehr Befriedigung: das Kämpfem oder das Coaching ?

Rocco: Im Moment beides. Wenn ich kämpfe werde ich von meinem Team unterstützt. Wenn sie kämpfen werden sie von mir unterstützt. Es ist ein Nehmen und Geben.

SwissKickBoxing: Wie siehst du die derzeitige Arbeit des SKBV in Bezug auf Öffentlichkeitsarbeit und allgemein ?

Rocco: Ich denke, im Moment ist unsere Sportart in einem wachsendem Stadium. Vielleicht sollte man die momentane positive Situation besser nutzen.

SwissKickBoxing: Wie findest du das neue Portal auf www.swisskickboxing.ch ?

Rocco: Wie eben gesagt, betreffend Öffentlichkeitsarbeit, man sollte unsere Sportart fördern... die Arbeit, die swisskickboxing.ch leistet ist sehr gut und natürlich wertvoll...

SwissKickBoxing: Rocco, wir wünschen dir und deinem Team auch in Zukunft viel Glück und weitere Erfolge !

 




Last update:
25. November 2009

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